Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE):

Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung zielt auf die Verwirklichung einer Lebensweise, die die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigen, ohne die Befriedigung der Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu gefährden. Hierbei spielt die Bildung eine zentrale Rolle. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) soll die Menschen ein Leben lang dazu befähigen und motivieren, die Welt in diesem Sinnen mit zu gestalten. Sie soll sie dabei unterstützen, “Gestaltungskompetenz” zu entwickeln und auszubauen.

“Gestaltungskompetenz als Leitziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung bezeichnet das nach vorne weisende Vermögen, die Zukunft von Sozietäten, in denen man lebt, in aktiver Teilhabe im Sinne nachhaltiger Entwicklung modifizieren und modellieren zu können.“ (de Haan, Vorsitzender des Nationalkomitees). Die Lebensweise in den Industrieländern ist durch hohen Konsum, hohe Ressourcennutzung, hohen Energieverbrauch, hohes Verkehrsaufkommen und hohe – teilweise giftige – Abfallmengen geprägt. Das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung stellt die engen Beziehungen, die zwischen Lebensstil, Umweltqualität und einer gerechten Verteilung der Ressourcen bestehen, in den Vordergrund.

Eine Bildung für nachhaltige Entwicklung muss daher an den derzeitigen Lebensstilen unserer Gesellschaft anknüpfen. Bei diesem umfassenden politischen und pädagogischen Bildungskonzept geht es daher nicht in erster Linie darum, die damit verbundenen Themenbereiche nur auf der Wissensebene zu vermitteln. Das Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist es, dem Einzelnen Fähigkeiten mit auf den Weg zu geben, die es ihm ermöglichen, aktiv und eigenverantwortlich die Zukunft mit zu gestalten. In diesem Zusammenhang spielen ebenso emotionale wie auch handlungsorientierte Komponenten eine entscheidende Rolle. 

Die wichtigste Quelle für Ideen und daraus resultierende Innovationen sind gut ausgebildete Menschen. Bildung erschließt Wissen. Mit Bildung gewinnen wir Orientierung in einer immer komplexer werdenden Welt. Bildung ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt. Erst Bildung ermöglicht dem Einzelnen echte Teilnahme am sozialen und gesellschaftlichen Leben.

Geschichte der 'Bildung für nachhaltige Entwicklung':

Die Bedeutung der Bildung für die Umsetzung des Leitbildes der Nachhaltigkeit wird international schon länger thematisiert: 1992 verlangte die Agenda 21 in einem eigenen Bildungskapitel die „Neuausrichtung der Bildung auf eine nachhaltige Entwicklung“. Zehn Jahre später hatte der Weltgipfel von Johannesburg den hohen Stellenwert der Bildung noch einmal nachdrücklich bestätigt.

Die Vereinten Nationen haben daraufhin für den Zeitraum von 2005 bis 2014 eine Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen, die viele internationale und nationale Aktivitäten auslösen und bündeln wird. Nachhaltige Entwicklung ist für die Bundesregierung ein politisches Ziel von hoher Priorität. Um es zu realisieren, brauchen wir innovative Lösungen, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Verantwortung für die natürliche Umwelt miteinander in Einklang bringen. Ziel ist es, die globale Vision der Weltdekade Wirklichkeit werden zu lassen, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen, die es ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und positive gesellschaftliche Veränderung erforderlich sind. Für dieses Ziel wurden im Nationalen Aktionsplan (NAP) vier große Ziele formuliert, die in den kommenden Jahren vordringlich verfolgt werden. Diese strategischen ziele können eine erste Orientierung sein für Akteure, die sich in Deutschland für die Bildung für nachhaltige Entwicklung engagieren.

Im Einzelnen gilt es sich zu konzentrieren auf:

  1. Die Weiterentwicklung und Bündelung der Aktivitäten sowie Transfer guter Praxis in die Breite.
  2. Die Vernetzung und Bündelung der Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  3. Die Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung von Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  4. Die Verstärkung internationaler Kooperationen.

'Bildung für nachhaltige Entwicklung' in Schleswig-Holstein

Das Land Schleswig-Holstein ist Mitglied der Norddeutschen Partnerschaft zur Förderung der UN-Dekade (NUN). Die Länder übergreifende Kooperationen soll Synergien erzeugen, um die BNE gesellschaftlich zu stärken. Grenzübergreifende Lernprozesse sollen angestoßen und Vernetzungen ermöglicht werden, um z.B. zu spezielle norddeutschen Themen gemeinsam zu arbeiten. Veränderungsprozesse im Bildungsbereich sollen genutzt werden, um die Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen dauerhaft zu verankern. Die NUN-Länder haben ein Rahmenabkommen unterzeichnet, in dem Ziele und die Organisation der Partnerschaft festgelegt sind. Es gibt eine Länder übergreifende Projektgruppe sowie Themenarbeits-gruppen, u. a. die AG Weiterbildung/außerschulische Bildung, in der der Weiterbildungsverbund Neumünster - Mittelholstein ebenfalls mitarbeiten.

Was haben Bildungsanbieter mit BNE zu tun?

Für Bildungsanbieter hat BNE immer mindestens zwei Dimensionen: zum einen die inhaltlich/methodisch-didaktische und zum anderen die organisatorische Dimension. Bildungsanbieter müssen sich fragen lassen, wie sie BNE-relevante Inhalte heute vermitteln, und wie sie diese in ihrer Einrichtung selbst umsetzen. Das Thema „nachhaltiger Konsum“ als ein Schüsselthema eignet sich dabei hervorragend sowohl für eine inhaltliche und methodische Auseinandersetzung als auch als Thema für die Organisation selbst (Beschaffung, Verpflegung, Ausstattung etc.). Dies betrifft - trotz der Heterogenität in diesem Bildungssegment – alle Akteure.

Quellen:

www.bmbf.de

www.dekade.org

www.nun-dekade.de

##

Druckansicht dieser Seite aufrufen